Immer diese Entscheidungen....

*Claudia

 

 

 

 

 

Der letzte Blog ist ja nun schon etwas länger her. Warum? Nun, ich konnte mich nicht entscheiden :) Ich habe einige Themen begonnen, die mir quasi unter den Nägeln brannten, aber keines erschien mir dann so richtig richtig, wenn ihr wißt was ich meine...

 

Ich bin ja grundsätzlich nicht sehr entscheidungsfreudig. Ich wäge ab und hin und her, wenn ich mich dann endlich entschieden habe, hader ich noch ein wenig mit mir und dann - treff ich meine Entscheidung...um sie kurze Zeit später wieder zu bereuen. Zum Bespiel beim essen, wir sitzen im Lokal unserer Wahl, ich wäge ab und hin und her, gefolgt vom kurzen hadern und dann bin ich auch schon so weit und wenn das Essen kommt - bereue ich`s. Ich will dann grundsätzlich das von Ed, oder das unserer Kinder, oder gleich das vom Nebentisch. Ich hab` auch schon bewusst das genommen, für das ich mich eigentlich nicht entschieden habe, eine Geheimwahl sozusagen, bringt auch nichts.

 

Wieso ist das so? Wieso können Einige Entscheidungen treffen und sind danach total happy mit dieser Wahl (oder tun zumindest so) und Andere (ich zb.) sind dazu nicht, oder nur schwer, in der Lage? Seit einiger Zeit beschäftigt mich die Entscheidungsfrage und nachdem ich derzeit überall in meinem Leben drüberstolper, habe ich mich entschlossen (Halleluja!) dieser Sache mit den Entscheidungen und Wahlen auf den Grund zu gehen.

 

Wann fällt mir eine Entscheidung besonders schwer? Wenn`s um was geht? Nein! Nicht nur...

 

Ich meine, im Restaurant ein Essen bestellen zähle ich jetzt nicht unbedingt zu den elementaren Dingen in meinem Leben.   

 

Man zögert und wankt und schwankt zwischen Diesem und Jenem, zwischen Wichtigem und völlig Belanglosem. Zwischendrinnen immer dieses zarte Stimmchen, das einem still und leise zuflüstert: „Du kannst nicht alles haben, also wähle weise.“  Und dann endlich, der Streßpegel ist schon längst so hoch wie der Mariannengraben tief ist, prischt man vor und trifft mit einem „So, jetzt aber!“ seine Entscheidung....und bereut es kurz darauf. Und ich sage euch: „Kein Wunder!“

Unser Leben lang wurde uns erklärt „Du kannst nicht alles haben!“ „Triff ja keine falsche Entscheidung, die bereust du dann dein ganzes Leben!“ „Erst mal falsch abgebogen, gibt’s kein Zurück mehr!“ Und wir? Wir haben diese Ansichten gewogen, gemessen und für wahr befunden. Wir habens auch nicht mehr hinterfragt, wir habens abgekauft und dementsprechend unsere Realität kreiert. Wir denken, wenn wir uns für das Eine entscheiden, ist das Andere für immer verloren. Aber ist das so? Ich will hier jetzt nichts schönreden, es gibt mit Sicherheit Dinge im Leben die sehr gut durchdacht werden müssen, wo man tatsächlich abwägen sollte (Wobei ich mittlerweile auch, oder gerade bei „wichtigen“ Sachen, gaaanz anders denke....aber mehr dazu beim nächsten Mal).

 

Bei Allem anderen: No stress please ... es ist genug für Alle da, man hat immer eine (2.,3.,4,....) Wahl(möglichkeit) und wenn man mal, aufgrund von Entscheidungspatzern, was ungeheuerlich Wunderbares verpasst, dann nur, weil etwas viel, viel Wunderbareres unterwegs ist, das wir dann wohl gar nicht bemerkt hätten (vielleicht war aber das vermeintlich ungeheuerlich Wunderbare einfach nur Kacke)

 

Und wer weiß, wenn wir lange (oder intensiv) genug bei Kleinigkeiten „üben“, uns nicht aus der Ruhe bringen lassen und ohne Angst vor verheerenden Konsequenzen unsere Entscheidungen treffen, vielleicht gelingts uns dann schon bald, dass wir auch die Riesenschäfchen mit Leichtigkeit ins Trockene bekommen...und am Ende des Tages zufrieden in den Sonnenuntergang schauen... aaaach :)

 

 

 

 

 

„Ich überlege. Mein Bauch entscheidet.“

                                                                        Max Grundig

 

 

 

                                                                                                                                                           

 

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Birgit (Montag, 23 Mai 2016 22:09)

    Danke, liebe Claudia! Das sind weise Worte - und noch dazu sehr witzig und spritzig formuliert!
    Jojo, des Lebn is ka Zuckerschleckn... Oder doch?! Man könnte es bei der nächsten Entscheidung auch mal wie ein großes Buffet sehen, von dem man sich bedient. Man probiert halt mal das Erste aus, das einen anspricht und dann wandert man zum Nächsten. Und vielleicht probiert man zwischendurch auch mal was, was einen nicht mundet, egal... es gibt ja noch SOOOO viel anderes... und es wird nie leer :)

  • #2

    Susanne Heiduk (Mittwoch, 01 Juni 2016 20:59)

    Ich überlege, mein Bauch entscheidet...das ist auch mein Wahlspruch. Habe nur ein einziges Mal den Kopf und nicht den Bauch entscheiden lassen....schief is grennt...
    Ja, und dann hätten wir noch unsere innere(n) Stimme(n)....Ich, mitsamt meiner Familie sind einmal vor einer sehr großen, doch ziemlich lebensverändernden Entscheidung gestanden...Wir haben ja einige Jährchen direkt in Stift Zwettl gewohnt. Na, so ging ich eines Tages mit meinem gedankengetränkten, schweren Kopf durch die Zwettler Stiftswälder...da kam mir einer der Padres entgegen und fragte nach meinem/unseren Wohlbefinden...dieses hätte ja gepasst, wenn nicht die zu treffende Entscheidung dauernd in meinen Kopf herumgeistern würde...Der nette Pater, nicht um eine Antwort verlegen, meinte ich solle auf meine innere Stimme hören...Ich erwiderte.."Ah, ja, und auf welche genau - da gibt's einige, die schreien regelrecht durcheinander"...und dann sagte er mir einen Satz, der gewissermaßen mein Leben bezüglich Entscheidungen geprägt hat....er sagte zu mir "du hast nur eine richtige Stimme in dir, nämlich die, die ganz leise ist, die dich immer wieder liebevoll zur richtigen Entscheidung bringen will. Vergiss die anderen "Krawallschani´s" die dir nur Angst und Panik bereiten und dich immer mit einem "Ja, aber" von deinem Vorhaben abbringen wollen. Nimm ganz einfach diesen leisen, inneren Rat an und glaube mir, es wird die richtige Entscheidung sein"...
    Nach diesem Rat des Paters lebe ich bis heute....und es funktioniert - und wie!!! :-)